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An einem Abend bestand ein fünfjähriges Mädchen darauf, dass sie unbedingt zum Konzert mitgehen möchte. Ihre Mutter akzeptierte ihren Wunsch und das Mädchen bekam die erste Gelegenheit die 9. Symphonie von L. v. Beethoven zu erleben...

Ich erinnere mich noch an das starke Gefühl, dass ich unbedingt dahin wollte. Der Klang und die Musik von Beethoven beeindruckten mich so sehr, dass ich später in Deutschland studierte.

Damals war es mir nicht bewusst warum, aber ein Gefühl mit tiefster Überzeugung trieb mich den Weg mit der Musik weiter und führte mich zu unvergesslichen Begegnungen. Auch Neugier und Empathie waren ständige Begleiter… für Geschichte, Universum, Religion, Philosophie, Bewusstsein, Architektur...

Doch endete die Suche dann im Ursprung… japanische Spiritualität, Zen, Schlichtheit und asiatische Ganzheit in mir.
Gestillte Neugier verwandelte sich irgendwann in Liebe und Zuneigung zu verschiedenen Gefühlswelten den Menschen… zu Musik.
Wir alle freuen, trauen, begeistern, bereuen, genießen, ärgern, sehnen, verzweifeln, verlieben uns durchs Leben. Sehnsucht nach Zärtlichkeit, Fürsorge und Vertrautheit verbinden uns.

Sowohl Emotionen -die ich als innere Natur betrachte- als auch irdische Natur schenkt mir immer herrliche Inspirationen. Durch alle fünf Sinne… vielleicht auch den sechsten. Die Noten überliefern nicht nur die Töne. Es ist, als durchströmten mich Informationen und lassen den Komponisten, neben mir stehend, lebendig atmend seine Geschichte erzählen. Musik ist wie die Essenz, worin alle Eigenschaften und Empfindungen verdichtet sind.

Jetzt, wenn ich mich an den ersten Konzertabend erinnere, glaube ich zu wissen, was mich so tief bewegt hat.
Es war die Begegnung der Seelen. Die Seele von Beethoven, der Musiker und vieles mehr....

Ein japanisches Wort „Mono no aware“ -Empfindsamkeit für die Vergänglichkeit-
Es entstehet aus der Stille und verschwindet in die Stille… ein Leben ist wie die Musik. Es klingt etwas melancholisch aber dafür genieße ich jede Begegnung, ob im Konzert, Unterricht oder auch ohne Instrument, und höre die wunderbare innige Harmonie… den Klang der Seele...

Ihre Tomoko Sawallisch